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sports photography by Dieter Nagel

Tuesday, December 14, 2010

Deutsche „Legionäre“ im internationalen Einsatz

International (F/M): Die deutschen „Legionäre“ im Einsatz

Insgesamt 18 (Ex-)Nationalspielerinnen und –spieler sowie Frauen-Bundestrainer Giovanni Guidetti sind bei ausländischen Vereinen unter Vertrag. In unregelmäßiger Folge soll ein Überblick über die Lage informieren.

Italien
Mit Patrick Steuerwald, Sebastian Schwarz (Perugia) und Marcus Popp (Piacenza) agieren drei deutsche Akteure in der ersten italienischen Liga. Nach schwächerem Start hat sich Perugia gefangen und rangiert mit nunmehr 4:5-Siegen auf Rang neun in der 14-er Liga. Während Steuerwald als absolute Stammkraft agiert, hat Schwarz bislang kaum Spielanteile, da er Schulterprobleme hat. Popp spielt bislang eine hervorragende Rolle in Piacenza und ist mit 5:4-Siegen und vier Zählern mehr als Perugia Fünfter.
In der zweiten Liga kämpft Dirk Westphal mit seinem Verein Isernia darum, das obere Mittelfeld zu erreichen. Derzeit ist der Verein mit 5:7-Siegen Zehnter, Westphal macht über 14 Punkte im Schnitt. Auf diesen Schnitt kommt Anne Matthes (Matera) in der zweiten Liga nicht, mit 4:5-Siegen und Rang acht in der 14-er Liga steht der Klub jedoch nicht schlecht da.

Russland
Wie in Italien sind auch in Russland fünf deutsche Akteure im Einsatz. Während Jochen Schöps (Odintsovo) bereits in seine vierte Saison geht, ist es für Björn Andrae (Kemerovo), Robert Kromm (Ural Ufa), Margareta Kozuch (Odintsovo) und Heike Beier (St. Petersburg) die Premieren-Spielzeit. Und so ist es nicht verwunderlich, dass „Halb-Russe“ Schöps mit 6:2-Siegen als Tabellendritter am besten aus den Startlöchern gekommen ist. Andrae (3:5-Siege, 8.) und Kromm (3:5-Siege, 11.) glänzen mit guten Statistiken, können ihre Teams aber bislang nicht in höhere Regionen führen.
Gleiches gilt für Kozuch, die mit ihrem ambitionierten Verein nach 1:3-Siegen einen Fehlstart hatte und Achter ist. Noch schlechter begann es bei Beier und St. Petersburg, wo bei 1:4-Siegen die „rote Laterne“ leuchtet.

Polen
Sehr wohl fühlt sich Georg Grozer bei seinem neuen Verein Rzeszow. Nach dem elften Spieltag rangiert sein Verein auf dem dritten Platz, zudem ist Rzeszow bislang der einzige Verein, der Tabellenführer Belchatow eine Niederlage beifügen konnte. „Das war cool. Die Fans sind super, das ist mein Welt von Sport. Es ist aber auch anstrengend“, so Grozer.

Türkei
Fenerbahce Istanbul stellt in dieser Saison das Nonplusultra im europäischen Vereinsvolleyball. Mit Fofao (BRA), Kilic (RUS), Skowronska (POL), Osmokrovic (CRO) und Christiane Fürst stehen neben einigen türkischen Nationalspielerinnen fünf der weltbesten Spielerinnen in der Formation. Das Ziel ist eindeutig der Gewinn der Champions League, „nebenher“ sollen noch die Titel in der nationalen Meisterschaft und Pokal gewonnen werden. Allerdings sind in der Liga nur drei Ausländerinnen einsetzbar, „sodass ich etwas bange bin, dass Christiane nicht so viel spielt“, meint Bundestrainer Giovanni Guidetti. Dies sagt er als Bundestrainer, denn in der Liga ist er mit Vakifbank Istanbul erbitterter Konkurrent. Am 24. Dezember (!) treffen beide bislang ungeschlagenen Teams aufeinander.
Ebenfalls glänzend steht es derzeit um Simon Tischer und seinen Klub Ziraat Ankara: Den Supercup hat der Klub schon gewonnen, nun wurde am neunten Spieltag Top-Favorit Fenerbahce 3:1 bezwungen. Darunter war im zweiten Satz ein nervenaufreibendes 44:42. Ziraat ist aktuell Zweiter. Seit kurzem schmettert auch Eugen Bakumovski in der türkischen Liga. Der Außenangreifer schloss sich nach einem Kurz-Engagement in Bottrop Besiktas Istanbul an, konnte jedoch trotz elf Punkten das 0:3 gegen Belediyesi nicht verhindern. Besiktas ist Vorletzter.

Aserbaidschan
In der kleinen Sechser-Liga in Aserbaidschan kann es eigentlich nur zu einem Dreikampf zwischen “Platzhirsch” Rabita Baku, Igtisadchi Baku, dem neuen Verein von Kathlen Weiß, und Azerrail Baku kommen. Weiß musste sich gleich am ersten Spieltag Champions League Teilnehmer Rabita 0:3 geschlagen geben und ist deshalb „nur“ Zweiter nach drei Spieltagen.

Tschechische Republik
Der Double-Gewinner der Tschechischen Republik, Prostejov, in dessen Reihen auch DVV-Mittelblockerin Corina Ssuschke steht, greift erst im März 2011 (!) als Erster der Play-offs in das Ligageschehen ein. Der Souverän der heimischen Liga spielt bis dahin in der Champions League und in der MEVZA (Middle European Volleyball Zonal Association), wo nach neun Spieltagen aktuell Platz zwei mit 8:1-Siegen zu Buche steht. In der Liga treten die besten Teams aus Österreich, Tschechien, Slowenien, Slowakei und Kroatien aufeinander, um sich gegen stärkere Gegner zu entwickeln.

Frankreich
Nach mehreren sehr erfolgreichen Jahren beim VfB Friedrichshafen (u.a. das Tripple 2007) zog es Libero Markus Steuerwald in die Ferne. Eine neue Heimat hat er beim französischen Spitzenklub Paris gefunden, das nach einer desolaten Vorsaison einen Neustart wollte. Nach dem sechsten Spieltag ist Paris Sechster und liegt somit auf Play-off Kurs.
Ebenfalls eine starke Rolle spielt Olessya Kulakova im französischen Volleyball. Die ehemalige Nationalspielerin geht für Le Cannet ans Netz und steht nach zehn Spieltagen auf Platz vier.

Quelle:
http://www.volleyball-verband.de/aktuell/?id=18164