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sports photography by Dieter Nagel

Monday, January 12, 2009

Volleyball: NA.Hamburg - Rote Raben Vilsbiburg

Volleyball: NA.Hamburg - Rote Raben Vilsbiburg

NA.Hamburg meldet sich nach 3:2-Sieg gegen Vilsbiburg zurück
Die rund 1000 Zuschauer bei dem Spitzenspiel der Volleyball-Bundesliga zwischen NA.Hamburg und dem Deutschen Meister Rote Raben Vilsbiburg hatten gestern in der Süderelbe-Arena ihr Eintrittsgeld gut investiert. Sie bekamen nicht nur ein hochspannendes Spiel zu sehen, sondern lernten auch gleich noch etwas fürs Leben: "Gib nie auf, dann kannst du alles schaffen!" Denn was die Fischbeker Volleyball-Frauen bei ihrem 3:2-Sieg (15:25, 25:20, 21:25, 28:26, 15:8) gegen den aktuellen Tabellenführer nach zuletzt drei verlorenen Spielen gegen Spitzenteams für eine Moral an den Tag legten, war einmalig und überraschte selbst ihren Trainer Helmut von Soosten: "Ich habe schon nach dem ersten Satz gezweifelt und im vierten Satz zugegebenermaßen nicht mehr an einen Sieg geglaubt", sagte der nach dem atemberaubenden, knapp zweieinhalbstündigen Spiel mit den Nerven völlig fertige Coach. "Ein Glück hat es aber die Mannschaft heute getan. Ich bin total stolz auf sie." Dem Trainer fiel nach dem hart umkämpften Triumph gegen den Deutschen Meister, der mehr als einmal auf Messers Schneide gestanden hatte, ein riesiger Stein vom Herzen: "Dieser Sieg ist Balsam für unse Seelen. Er zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Daran konnte man nach den verlorenen Spielen gegen Schwerin und Dresden und dem Pokal-Aus gegen Vilsbiburg schon zweifeln."Und nach dem Verlauf des ersten Satzes gegen die Roten Raben erst recht: Der ging nach deutlicher Dominanz und vielen unerklärlichen NAH-Fehlern mit 25:15 mehr als verdient an die Bayerinnen. "Am Anfang war es sehr schwer, ins Spiel zu kommen. Wir waren nervös. Der Trainer hatte zwar versucht, den Druck von uns zu nehmen, aber zunächst waren wir doch alle ziemlich verkrampft", versuchte die französische Auswahlspielerin Séverine Lienard eine Erklärung für den schlechten Start. Im Laufe der Partie entwickelte sie Lienard gemeinsam mit NAH-Spielführerin Kerstin Ahlke zur Frau für die "Bigpoints". Vor allem aber auch Lienards französische Landsfrau Stéphanie Volle setzte im Zuspiel und im Block die taktischen Vorgaben des Trainers erstklassig um. Und die erst 19-jährige Libera Lisa Rühl lieferte gestern ihr bis dato bestes Spiel ab.Nach dem von NAH gewonnenen zweiten Durchgang (25:21) wurde der dritte Satz wieder zur Zitterpartie. NAH lief in der Regel einem Rückstand hinterher, kam immer wieder mal ran, schaffte es dann aber nicht, den Deutschen Meister, der sich schließlich mit 25:21 durchsetzte, entscheidend zu verunsichern. Im vierten Satz war die Spannung kaum zu ertragen, wobei bei 20:23 das Spiel schon für Vilsbiburg gelaufen zu sein schien. Gerade Vilsbiburgs Katja Wühler machte so ziemlich aus jedem Ball einen Punkt. Doch dann fasste sich insbesondere Séverine Lienard ein Herz und brachten ihr Team wieder auf 23:23 heran. Wiederum Wühler holte im Gegenzug den ersten Satzball für Vilsbiburg. Aber Lienard ließ NAH mit zwei weiteren Punkten erneut hoffen. Bei 26:25 hatte NAH Satzball, doch die Roten Raben ließen sich nicht abschütteln, glichen auf 26:26 aus. Ahlke hämmerte dann einen Angriffsball zum 27:26 ins Feld, Anne Friedrich setzte den Schlusspunkt unter den vierten Satz mit 28:26. Die Halle bebte. Nun schien der Wille des Deutschen Meisters gebrochen zu sein, denn im Tiebreak fand er kein Mittel mehr gegen die wie entfesselt spielenden Fischbekerinnen. "Das hat so einen Spaß gemacht", freute sich Lisa Rühl nach der Partie. "Aber jetzt muss es weitergehen", meinte Lienard. Man lernt eben bei den Volleyballerinnen auch etwas für Leben . . .
Quelle: Harburger Anzeigen und Nachrichten, Sport Online, 12. Januar 2009